Wartenberg Syndrom

Das Wartenberg-Syndrom, auch als Cheiralgia paraesthetica bekannt, ist eine seltene Erkrankung, bei der der oberflächliche sensible Radialisnerv (Nervus Radialis, Ramus superficialis) im Bereich des Handgelenks oder Unterarms komprimiert wird.

Dies führt zu Schmerzen und sehr unangenehmen sensorischen Störungen im Bereich des Daumens und der Handrückens.

Besteht dieser Zustand über einen längeren Zeitraum, kann es durch chronische Nerv-Reizung zu einer zunehmenden Strukturveränderung und Fibrose des Nervs und/oder seiner Nervenhüllstrukturen kommen.

Durch eine mikrochirurgische Neurolyse des oberflächlichen Nervus Radialis Astes, kombiniert mit einer chirurgischen Lösung einengender Strukturen kann das Nervengleiten rekonstruiert und somit die Symptome beseitigt werden.

Dieser Eingriff wird unter stationären Bedingungen oder Tagesstationär in Allgemeinnarkose oder Sedoanalgesie, einem sogenannten Dämmerschlaf in der renommierten Wiener Privatklinik durchgeführt, wo ich bereits seit Jahren Belegarzt bin.

KEY FACTS

  • Dauer des Eingriffs: 30-45 Minuten

  • Dauer der Ruhigstellung: 5 Tage

  • Nahtentfernung: 12 Tage nach dem Eingriff

  • Einsatzfähigkeit der Hand: nach 21 Tagen

  • Sport: ab der 5. - 6. postoperativen Woche

  • Ursachen des Wartenberg-Syndroms können eine direkte Verletzung, wiederholte mechanische Belastung oder Kompression des Radialisnervs sein. Enge Armbänder, Uhren oder das ständige Aufstützen der Hand auf harte Oberflächen können ebenfalls zu dieser Erkrankung führen.

    Es kann auch idiopathisch auftreten, also ohne erkennbare Ursache.

  • Typische Symptome umfassen Schmerzen, Taubheit und Kribbeln im Bereich des Daumens, Zeigefingers und der radialen Seite des Handrückens.

    Diese Symptome können sich bei bestimmten Handbewegungen oder Druck auf das Handgelenk durch entstehende Dehnung des Nervs verschlimmern.

  • Die Diagnose erfolgt durch eine gründliche Anamnese und klinische körperliche Untersuchung.

    Dabei wird auf Empfindungsstörungen und Druckempfindlichkeiten entlang des Verlaufs des Radialisnervs geprüft.

    Bildgebende Verfahren, wie die hochauflösende Ultraschalldiagnostik können die Diagnose bestätigen und visualisieren.

  • Präventionsmaßnahmen umfassen das Vermeiden von wiederholten Handbewegungen und mechanischen Belastungen, das Tragen von lockerem Schmuck und Armbändern und das Verwenden ergonomischer Arbeitsbedingungen. Regelmäßige Pausen bei handintensiven Tätigkeiten und Dehnübungen können ebenfalls helfen, das Risiko zu verringern.

    Eine bereits bestehende Enge und Einschränkung der Gleiteigenschaften des Nervs kann jedoch lediglich mit einer operativen Spaltung der strukturellen Enge, gepaart mit einer mikrochirurgischen Neurolyse des oberflächlichen Astes des Radialis Nervs erfolgreich und langfristig behoben werden.

  • Konservative Behandlungsmöglichkeiten umfassen das Vermeiden von Aktivitäten, die den Nerv komprimieren, das Tragen von lockerem Schmuck und Armbändern, die Anpassung ergonomischer Arbeitsbedingungen und das Anwenden von kalten Kompressen zur Schmerzlinderung. Nicht-steroidale entzündungshemmende Medikamente (NSAIDs) können zusätzlich zur Schmerzreduktion beitragen.

  • Eine Operation wird in Betracht gezogen, wenn konservative Behandlungen keine ausreichende Linderung bringen, die Symptome schwerwiegend sind und die Lebensqualität beeinträchtigen.

    Der chirurgische Eingriff, bekannt als Neurolyse des Nervs wird unter lupenmikroskopischer Vergrößerung durchgeführt. In vielen Fällen ist es zusätzlich notwendig, eine operative Kerbung des Musculus Brachioradialis Sehnenrandes, unter den der Nerv in seinem Verlauf vorbeiziehen muss durchzuführen,

    Dadurch erreicht man erneut eine reibungslose Funktion des Nervs.

  • Wie bei jeder Operation gibt es auch bei der Behandlung des Wartenberg Syndroms mögliche Risiken und Komplikationen, einschließlich Infektionen, Blutungen, Narbenbildung und Verletzungen von Nerven oder Blutgefäßen.

    Ich operiere immer unter lupenmikroskopischen Vergrößerung und mithilfe feinster chirurgischer Instrumente.

    Es wird selbstverständlich besonders darauf geachtet, alle relevanten funktionellen Strukturen, wie zum Beispiel Nerven und Gefäße operativ darzustellen und entsprechend zu schonen.

    In seltenen Fällen kann es zu einem Wiederauftreten des Syndroms kommen.

  • Nach der Operation ist eine Erholungsphase von 3-6 Wochen erforderlich.

    Spezielle Physiotherapie, die sogenannte Ergotherapie wird oft empfohlen, um die Beweglichkeit und Stärke des Daumens und Handgelenks wiederherzustellen.

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