Lymphchirurgie
Das Lymphsystem unseres Körpers ist hochkomplex, überlebensnotwendig. Viele Funktionen sind seitens der Medizin noch unverschlüsselt.
An einem Lymphödem zu leiden heisst, aufgrund eines Passagehindernisses oder eines gestörten Lymphabflusses, an Flüssigkeitsansammlungen im Raum ausserhalb der Lymphgefässe zu leiden. Gleichzeitig führt das zu enormer körperlicher, wie auch letztlich seelischer Belastung der Betroffenen, ganz gleich was der Entstehungsgrund war. Zusätzlich ist man abhängig von Kompressionswäsche und Lymphdrainage.
Technisch ist es mittels der sogenannten Supermikrochirurgie bereits möglich den verletzten, beziehungsweise funktionsgestörten Abfluss zu umgehen oder in manchen Fällen Lymphknoten von einer gesunden Körperstelle zu verpflanzen, um die wichtigen Knotenpunkte zu rekonstruieren.
Im Falle eines sogenannten “Bypasses”, wird der Lymphabstrom in einem chirurgischen Vorgehen in kleinste Venengefässe umgeleitet.
Das ist ein äusserst delikater und herausfordernder chirurgischer Weg, der aber rasch zu erstaunlichen Verbesserungen führen kann.
Ob Sie für eine derartige Operation in Frage kommen, klären wir in einem ausführlichem Gespräch.
Operationen dieser Art verlangen nicht nur meine Expertise als langjähriger Mikrochirurg, sondern auch die technischen Hilfsmittel, wie spezielle Mikroskope und sogenannte Super-Mikroinstrumente, um möglichst gewebeschonend zu agieren.
In der renommierten Wiener Privatklinik existieren beste Voraussetzungen. Daher werden diese Art von superfeinen Eingriffen ebendort durchgeführt, wo ich seit vielen Jahren Belegarzt bin.
Animation - mit Erlaubnis der Reconstructive Microsurgery Group
“Lymphovenöse Anastomose”
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Ein Lymphödem ist eine chronische Schwellung, die durch eine Störung des komplexen Lymphsystems verursacht wird. Dies führt zu einem gestörten Abtransport der Lymphflüssigkeit, die sich folglich im Gewebe ansammelt, was zu Schwellungen, Schmerzen und Einschränkungen der Beweglichkeit führt.
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Lymphödeme können primär, also genetisch bedingt, oder sekundär auftreten.
Sekundäre Lymphödeme entstehen häufig als Folge nach Operationen oder Bestrahlungen, zum Beispiel nach der Entfernung von Lymphknoten bei Krebsoperationen, oder durch Traumata und Infektionen.
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Zu den typischen Symptomen gehören Schwellungen, meist in den Armen oder Beinen, Spannungsgefühle in der Haut, Verdickung der Haut (Fibrose), Schmerzen, Schweregefühl und verminderte Beweglichkeit.
In fortgeschrittenen Fällen können Hautveränderungen und Infektionen auftreten.
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Konservative Behandlungen umfassen die manuelle Lymphdrainage (MLD), Kompressionstherapie mit speziellen Bandagen oder mittels Kompressionskleidung. Bewegungstherapie, sowie Hautpflege zur Vermeidung von Infektionen gehören ebenso dazu.
Diese Maßnahmen zielen darauf ab, die Symptome zu lindern und die Schwellung zumindest für eine gewisse Zeit zu kontrollieren.
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Eine operative Behandlung wird in Erwägung gezogen, wenn konservative Maßnahmen nicht ausreichen, um die Beschwerden zu lindern und/oder die Lebensqualität des Patienten erheblich eingeschränkt ist.
Die Lymphchirurgie wird auch in fortgeschrittenen Stadien von Lymphödemen eingesetzt, um die Schwellungen zu reduzieren, in manchen Fällen sogar zu beseitigen und somit weitergehende Komplikationen zu vermeiden.
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Die Lymphchirurgie ist ein spezialisiertes Gebiet der rekonstruktiven plastischen Chirurgie, welches sich mit der Behandlung von Erkrankungen des Lymphsystems befasst, insbesondere der chirurgischen Korrektur von Lymphödemen.
Sie umfasst mikrochirurgische Verfahren, die darauf abzielen, den gestörten Lymphfluss wiederherzustellen oder Lymphansammlungen zu reduzieren.
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Zu den häufigsten chirurgischen Verfahren gehören die lymphovenöse Anastomose (Verbindung von Lymphgefäßen mit Venen).
In manchen Fällen ist zusätzlich ein mikrochirurgischer Lymphknotentransfer (Verpflanzung gesunder Lymphknoten) notwendig. Eine gezielte, fachgerechte Liposuktion (Entfernung von überschüssigem Fettgewebe, das sich aufgrund der chronischen Lymphstauung gebildet hat) kann ebenso Linderung bezüglich des Gewebeumfangs schaffen.
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Wie bei jeder Operation gibt es Risiken, einschließlich Infektionen, Blutungen, Narbenbildung und in sehr seltenen Fällen eine Verschlechterung des Lymphödems.
Darüber hinaus können bei mikrochirurgischen Eingriffen die anfangs funktionierenden Anastomosen (Verbindungen) wieder verschließen, was den Erfolg der Operation beeinträchtigen kann.
Unmittelbar nach erfolgter Anastomose und erfolgreicher chirurgischer Ableitung der Lymphflüssigkeit wird mittels eines Farbstoffes und einer speziellen Infrarot Kamera dieser neu geschaffene Lymphfluss bildlich dargestellt.
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Nach der Operation ist eine begleitende ärztliche und lymphtherapeutische Nachsorge notwendig. Diese umfasst in erster Linie eine konsequente Kompressionstherapie und Physiotherapie.
Der Heilungsprozess kann je nach rekonstruktiver Methode mehrere Wochen bis Monate dauern, wobei regelmäßige Nachuntersuchungen notwendig sind, um den Erfolg der Behandlung sicherzustellen und Komplikationen zu vermeiden.
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In ungefähr einem Drittel der Fälle, ist ein permanentes Weglassen der Kompressionskleidung möglich.
Ebenso kann in diesen Fällen auch auf die Fortführung der konservativen Lymphbehandlung verzichtet werden.
Ziel der chirurgischen rekonstruktiven Behandlung ist es, die Schwellung zu reduzieren, die Symptome zu lindern und die Lebensqualität des Patienten zu verbessern.