Tendovaginitis de Quervain
Durch chronische Überbeanspruchung kommt es zu Sehnenscheidenentzündungen des Daumen-Abspreitzers (Abductor pollicis longus) und des kurzen Daumenstreckers (Extensor pollicis brevis) im 1. Strecksehnenfach.
Wird die Entzündung über einen längeren Zeitpunkt unterhalten, verkleben und/oder vernarben die Gewebe um die Sehnen herum, was letzten Endes zu einer permanenten Enge des 1. Strecksehnenfaches führt. Dadurch wiederum ist die Gleitfähigkeit der Sehnen nicht mehr gewährleistet.
Typischerweise treten Schmerzen um die Daumenbasis - eher streckseitg, sowie im unteren Handgelenksbereich bei bestimmten Bewegungen, aber auch in Ruhe auf.
Durch eine chirurgische Eröffnung des 1. Strecksehnenfaches mit begleitender Lösung der vorhandenen Verklebungen und Vernarbungen lässt sich das Sehnengleiten wieder rekonstruieren.
Dieser Eingriff kann auch unter örtlicher Betäubung (Lokalanästhesie) erfolgen.
KEY FACTS
Dauer des Eingriffs: 30-45 Minuten
Dauer der Ruhigstellung: 5 Tage
Nahtentfernung: 12 Tage nach dem Eingriff
Einsatzfähigkeit der Hand: nach 21 Tagen
Sport: ab der 5. - 6. postoperativen Woche
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Die Ursache der Tendovaginitis de Quervain ist oft auf wiederholte Hand- und Daumenbewegungen zurückzuführen, die die Sehnen überlasten. Aktivitäten wie Heben, Greifen, Drücken oder wiederholte Bewegungen können zu lokalen Entzündungsprozessen führen, die letztlich zu einer Sehnenscheidenenge des 1. Strecksehnenfachs führen.
Auch hormonelle Veränderungen, wie sie in der Schwangerschaft oder Stillzeit auftreten, können das Risiko aufgrund einer vermehrten Wassereinlagerung erhöhen.
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Typische Symptome sind Schmerzen an der Daumenbasis und dem Handgelenk, die sich bei Bewegung oder Druck verschlimmern. Schwellungen und ein fühlbares Knirschen oder Reiben (Krepitation) über den betroffenen Sehnen sind ebenfalls häufig.
Die Schmerzen können zusätzlich auch in den Unterarm ausstrahlen.
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Die Diagnose wird durch eine klinische körperliche Untersuchung gestellt, bei der der Arzt die schmerzhafte Stelle abtastet und den sogenannten Finkelstein-Test durchführt, der in vielen Fällen positiv ist.
Bei diesem Test wird der Daumen in die Handfläche gelegt und die Hand zur Kleinfingerseite hin gebeugt, was Schmerzen verursacht, wenn eine Tendovaginitis de Quervain vorliegt.
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Präventionsmaßnahmen umfassen das Vermeiden von repetitiven Hand- und Daumenbewegungen, regelmäßige Pausen bei handintensiven Tätigkeiten und das Verwenden ergonomischer Hilfsmittel. Dehnübungen und Kräftigungsübungen für Hand und Unterarm können ebenfalls helfen, das Risiko zu verringern.
Eine bereis bestehende Enge des 1. Strecksehnenfachs kann jedoch lediglich mit einer operativen Spaltung erfolgreich und langfristig behoben werden.
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Konservative Behandlungsmöglichkeiten umfassen Ruhe und Vermeidung belastender Aktivitäten und das Tragen einer Schiene zur Ruhigstellung des Daumens und des Handgelenks. In manchen Fällen führen auch entzündungshemmende Medikamente und Steroidinjektionen zur Reduzierung von Entzündungen und Schmerzen.
Physiotherapie und Ergotherapie können ebenfalls unterstützend sein.
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Eine Operation wird in Betracht gezogen, wenn konservative Behandlungen keine ausreichende Besserung bringen oder die Symptome schwerwiegend und lebenseinschränkend sind.
Der chirurgische Eingriff, bekannt als Sehnenscheiden-Freisetzung, beseitigt chirurgisch Engstellen, erweitert die Sehnenscheide, um den Druck auf die Sehnen zu verringern und das Sehnengleiten erneut zu ermöglichen.
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Wie bei jeder Operation gibt es auch bei der Behandlung der Tendovaginitis de Quervain mögliche Risiken und Komplikationen, einschließlich Infektionen, Blutungen, Narbenbildung und Verletzungen von Nerven oder Blutgefäßen.
Ich operiere immer unter lupenmikroskopischen Vergrößerung und mit feinster chirurgischer Instrumente.
Es wird selbstverständlich besonders darauf geachtet, alle relevanten funktionellen Strukturen, wie zum Beispiel Nerven und Gefäße operativ darzustellen und entsprechend zu schonen.
In seltenen Fällen kann es zu einem Wiederauftreten der Engstelle kommen.
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Nach der Operation ist eine Erholungsphase von 3-6 Wochen erforderlich.
Spezielle Physiotherapie, Ergotherapie wird oft empfohlen, um die Beweglichkeit und Stärke des Daumens und Handgelenks wiederherzustellen.
Der überwiegende Anteil der behandelten Patienten erleben eine deutliche Verbesserung der Symptome nach der Operation.