Schnellender / Springender Finger
Durch eine Einschränkung der Sehnengleitfähigkeit der Beugesehne(n), meistens basierend auf einem zu engen Ringband auf Höhe des Fingergrundgelenks, kommt es zu einem Hängenbleiben des betroffenen Fingers in einer Beugestellung, welche in vielen Fällen Schmerzen verursacht und zu einer beträchtlichen Funktionseinschränkung führt.
Das verursacht oft Schmerzen und kann auf Dauer zu bleibenden Schäden an der Sehne führen.
Mittels einer Operation wird die Engstelle eröffnet und das reibungslose Sehnengleiten erneut wiederhergestellt.
Dieser Eingriff kann auch unter örtlicher Betäubung (Lokalanästhesie) erfolgen. Falls gewünscht oder Kontraindikationen bestehen, kann dieser Eingriff auch unter stationären Bedingungen oder Tagesstationär in Sedoanalgesie, einem sogenannten Dämmerschlaf in der renommierten Wiener Privatklinik durchgeführt, wo ich bereits seit Jahren Belegarzt bin.
KEY FACTS
Dauer des Eingriffs: 20 Minuten
Dauer der Schienen-Immobilisation: 2 Tage
Nahtentfernung: 12 Tage nach dem Eingriff
Einsatzfähigkeit der Hand: 10 Tage
Sport ab der 5.-6. postoperativen Woche
-
Ein springender Finger, auch als Schnappfinger oder Triggerfinger bekannt, ist eine Erkrankung, bei der einer der Finger oder der Daumen in einer gebeugten Position einrastet und dann plötzlich mit einem Schnappen gestreckt wird.
Dies geschieht in den allermeisten Fällen durch ein zu enges Ringband, welches letztlich zu einer funktionellen Enge und dadurch zu einer Funktionseinschränkung führt.
-
Typische Symptome sind Schmerzen an der Basis des betroffenen Fingers oder Daumens, ein fühlbarer Knoten oder Verdickung an der Beugesehne, meistens gepaart mit einem Schnappen oder Klicken beim Beugen oder Strecken des Fingers.
In fortgeschrittenen, unbehandelten Fällen resultiert die Unfähigkeit, den Finger zu strecken oder zu beugen.
Bei langem Bestehen kann es durch die permanente Reibung auch zu einer Abnützung der Beugesehne(n) und letztlich auch zu einer Sehnenruptur, eines Sehnenrisses kommen.
-
Die Diagnose erfolgt durch eine klinische körperliche Untersuchung, bei der der Arzt die Hand auf Schmerzen, Knoten und das charakteristische Schnappen untersucht.
Eine detaillierte Anamnese hilft ebenfalls, die Diagnose zu bestätigen. Unterstützend kann eine hochauflösende Ultraschalluntersuchung herangezogen werden.
-
Konservative Behandlungsmöglichkeiten umfassen im wesentlichen lokale Massagen. Zusätzlich können Kortisoninjektionen erfolgen, um eine lokale Entzündung zu reduzieren.
Die zugrundeliegende Ursache, in den meisten Fällen ein verdicktes Ringband kann dadurch nicht behoben werden.
-
Eine Operation wird in Betracht gezogen, wenn konservative Behandlungen keine ausreichende Besserung bringen.
Der chirurgische Eingriff, bekannt als Ringbandspaltung behebt die zugrundeliegende Ursache und führt zu einer Wiederherstellung des Beugesehnengleitens.
-
Wie bei jeder Operation gibt es auch bei der Behandlung des springenden Fingers Risiken und Komplikationen, einschließlich Infektionen, Blutungen, Narbenbildung und Verletzungen von Nerven oder Blutgefäßen.
Ich operiere immer unter lupenmikroskopischen Vergrößerung und mithilfe feinster chirurgischer Instrumente.
Es wird selbstverständlich besonders darauf geachtet, alle relevanten funktionellen Strukturen, wie zum Beispiel Nerven und Gefäße operativ darzustellen und entsprechend zu schonen.
In seltenen Fällen kann es zu einem Wiederauftreten der Ringbandenge kommen.
-
Nach der Operation ist eine Erholungsphase von etwa 3 Wochen erforderlich.
Spezielle Physiotherapie betreffend der Handfunktion (Ergotherapie) kann helfen, die Beweglichkeit des betroffenen Fingers wiederherzustellen.